Bureau G9


Google, Lem, Doodle

von Tobias Asch. Durchschnittliche Lesezeit: about a minute.

Die Suchmaschine unseres Vertrauens ehrt heute Stanislaw Lem mit dem wohl aufwändigsten und zeitkonsumierendsten Google-Doodle aller Zeiten: ein wiederauferstandener Lem führt uns durch seine unwirtliche Zukunftswelt und muss mit einem gigantischen Roboter zurechtzukommen, der wohl nach Weltherrschaft strebt. Wir helfen ihm dabei (dem Lem).

Lem und der Roboter

Ich verzichte an dieser Stelle auf platte Parabeln zum Google-Roboter. Als ökonomisch Getriebener fühle ich mich aber bemüssigt, ein paar Berechnungen zu den globalen Auswirkungen des Google-Doodles anzustellen. Wieviel Arbeitszeit hat der Roboter heute aus der Menschheit gesaugt? Und ist er bösartig?

Zur Zeit dürfte wohl gegen eine Milliarde Menschen die Google-Suche nutzen. Ein guter Teil davon wird sich heute auf die Doodle-Kyberiade eingelassen haben; wenn man annimmt, dass der Durchschnitts-User zwei Such-Anfragen pro Woche vornimmt, wären es am heutigen Tag rund 285 Millionen Nutzer gewesen. Vielleicht hat jeder zwanzigste drei Minuten seiner Arbeitszeit mit dem Roboter verbracht. Da kommen locker 710’000 Stunden oder 80’000 Arbeitstage zusammen. Umgerechnet also die wirtschaftliche Leistung von acht Menschen während ihres gesamten Erwerbslebens – einem KMU.

Einerseits ist das ziemlich viel. Andererseits wird der volkswirtschaftliche Schaden gleichmässig auf die ganze westliche Welt verteilt, ist konjunkturtechnisch irrelevant und dürfte wohl durch die Kernkompetenz der Suchmaschine kompensiert worden sein: die auf das Spiel folgende Suchanfrage hat nämlich in vielen Fällen den Gang in eine Leihbücherei oder zumindest einen Telefonanruf erspart. Womit wir ein vorläufiges Fazit ziehen können: dieser Roboter ist nicht bösartig.

Und Stanislaw Lem finden wir übrigens auch super.

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