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fc.basel statt fcb.ch?

von Tobias Asch. Durchschnittliche Lesezeit: about 2 minutes.

Falls die Welt im Dezember 2012 doch nicht untergehen sollte, dürfte sich im Folgejahr immerhin die Online-Landschaft nachhaltig verändern. Dannzumal steht nämlich die Einführung neuer generischer Top-Level-Domains (gTLD) an. Während Website-Betreibern heute 240 Länder-Domains und 21 generische Top-Level-Domains für die Registrierung ihrer Namen zur Verfügung stehen, können in Zukunft Unternehmen, Behörden und Communities ihre eigenen gTLD einführen und vermarkten. Dies wird einerseits etwas Entlastung bei der mühsam gewordenen Domain-Akquisition bringen (laut Verisign drängeln sich heute über 200 Mio. Namen auf knapp 260 Top Level Domains), andererseits aber auch neue Business-Modelle und Marketing-Möglichkeiten schaffen.

Voraussichtlich am 20. Juni 2011 wird die ICANN die neuen Regeln für gTLD absegnen und dann ab Oktober während einer dreimonatigen Frist Anträge entgegennehmen. Im Laufe von 2012 werden diese dann evaluiert, Moneygram agent und Anfang 2013 dürften die ersten neuen Domains verfügbar sein. Trotz der stattlichen Antrags-Gebühr von ca. $185’000 pro Domain sind hunderte von Anträgen zu erwarten. Domains wie .xxx, .shop oder .music lassen Goldgräberstimmung aufkommen.

Auch Schweizer Unternehmen sollten sich frühzeitig überlegen, ob sie ihren Brand als gTLD registrien wollen bzw. welche Domains sie sich sichern möchten. So könnte z.B. die UBS ihre Dienste in Zukunft auf e-banking.ubs oder hypotheken.ubs anbieten. Axa Winterthur wird sich überlegen müssen, ob sie die Domain axa.versicherung (die gTLD wird von einem deutschen Interessens-Verband beantragt) registrieren soll. Und die Online-Läden der Schweiz werden sich mit ihren internationalen Konkurrenten um die besten Happen von .shop (bereits zwei Interessenten) balgen müssen – die Buchhandlung, welche book.shop kriegt, gewinnt. Es ist auf jeden Fall ratsam, sich jetzt Gedanken über die eigene gTLD-Strategie zu machen und gegebenenfalls Experten beizuziehen, bevor das Rennen losgeht.

Bis jetzt hat sich übrigens erst eine Schweizer Institution zu ihrer Top-Level-Domain-Strategie bekannt: der Regierungsrat von Basel macht sich für .basel stark, “genügendes Interesse” vorausgesetzt; fcb.ch könnte dann nach fc.basel umziehen, und die fasnacht.basel hätte endlich ihre adäquate Online-Heimat.

Beispiele von gTLD-Anträgen: .africa, .and, .arab, .bayern, .bcn, .berlin, .bike, .bkk, .board, .bud, .bzh, .cal, .canon, .car, .cym, .deloitte, .dubai, .eac, .eco, .eng, .eus, .fam, .film, .florida, .fra, .free, .gal, .gay, .gmbh, .green, .hamburg, .health, .health, .hiv, .homes, .horse, .hotel, .indigi, .irish, .isin, .kab, .ker, .köln, .kurd, .lac, .lat, .lli, .london, .love, .madrid, .mail, .med, .melbourne, .mls, .mma, .money, .moscow, .movie, .music, .nai, .ngo, .nrw, .nyc, .one, .p2p, .pad, .paris, .pdx, .peace, .phone, .poker, .ppl, .quebec, .radio, .real, .riga, .roma, .rugby, .saarland, .scot, .sell, .sfo, .shop, .sic, .site, .skate, .ski, .sport, .surf, .team, .tokyo, .toulouse, .unicef, .val, .vegas, .ven, .versicherung, .videos, .vin, .vlx, .web, .wiki, .wine, .yks und .zulu.

Liste aller Anträge von .nxt.

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